Gänglewanderung in Herbertingen 20.03.2016

Mit dem Albverein durch die Geschichte Herbertingens

Nach langer Zeit hat sich die Herbertinger Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins entschlossen, die bei Jahrgängern beliebte Gängle- und Gässlewanderung in das Wanderprogramm 2016 aufzunehmen. Fünfzig Wanderfreunde, zahlreiche Gäste, Große und Kleine, Junge und etwas Ältere, aus nah und fern, folgten der Einladung. Sogar ein ehemaliger Herbertinger, der heute seit über 30Jahren in Rosenheim lebt, war mit von der Partie.
Am neuen Rathaus begann die Führung bei herrlichem Wetter durch mehr als 1700 Jahre Geschichte der Entwicklung der heimatlichen Gemeinde. Warum es die Hüttenlache, das Bielagegängle, Schaffersgängle oder das Krumme Gässle, das Ochsen-, Hirsch-, Sailer-, Löwen- oder Sonnengängle, das Friedhofs- das Hallen- oder das Ölergängle gibt, verriet Wanderführer Helmut Brand den vielen Geschichtsinteressierten. Erstaunt waren selbst die alten, eingesessenen Herbertinger, als er sie in das seit 1582 in Herbertingen namentlich nachweisbare Hettelegässle zwischen Angerstraße und Klostergasse führte. Mit großem Interesse folgten sie auch seinen Ausführungen zur baulichen Entwicklung, über das Zustandekommen von Ober- und Unterdorf, die Nachkriegsbebauung in den Gewannen Merxleswiesen, Fürsailen oder Ruhlfingel. Gespannt folgten sie den Veränderungen der zurückliegenden 70 Jahren, die er anhand verschiedener Luftbild- und Straßenaufnahmen dokumentarisch belegen konnte. Im Rahmen seiner aktuellen Heimatforschung beschäftigt sich Helmut Brand mit dem Herbertinger Pater Ulrich Pfeiffer, dessen Geburtshaus er in der Storchengasse am Platz der heutigen Seniorenanlage ausfindig gemacht hat. Im September dieses Jahres wird die Ortsgruppe im Rahmen ihre Aktionsreihe – die Heimat erfahren – zu einer Bildungsfahrt an dessen ehemalige Wirkungsstätte am Bodensee einladen.
Nach rund drei Stunden führte der Weg vom Hettelegässle direkt über das Sonnengängle in die Sonne. Da die Sonnenstraße bereits im 16. Jahrhundert namentlich in den schriftlichen Unterlagen erwähnt wird, darf man davon ausgehen, dass die Sonne, neben dem Gasthaus Löwen (15. Jahrhundert) wohl eine der ältesten Gaststätten in Herbertingen ist.
Vertrauensmann Alfred Krippel brachte seine Freude über die zahlreiche Teilnahme zum Ausdruck und dankte Wanderführer Helmut Brand für diese aufschlussreiche „Wanderung“ in die heimatliche Geschichte.